Die Notenskala, ehrlich erklärt.
18 Punkte, sieben Notenstufen, und eine Kultur, in der die Hälfte der Skala als Auszeichnung gilt. Wer neu ist, versteht das nicht. Wer es versteht, bewertet seine Klausuren anders.
Die Skala
| Punkte | Note | Bedeutung |
|---|---|---|
| 16 bis 18 | sehr gut | praktisch nicht vergeben |
| 13 bis 15 | gut | herausragend |
| 10 bis 12 | vollbefriedigend | deutlich überdurchschnittlich |
| 7 bis 9 | befriedigend | gut im Sinne des Fachs |
| 4 bis 6 | ausreichend | bestanden, Durchschnitt |
| 1 bis 3 | mangelhaft | nicht bestanden |
| 0 | ungenügend | nicht bestanden |
Grundlage ist die Verordnung über eine Noten- und Punkteskala für die erste und zweite juristische Prüfung von 1981. Sie gilt bundesweit und hat sich seitdem nicht geändert.
Warum 9 Punkte ein Prädikat sind
In der Gesamtnote des Examens wird mit zwei Nachkommastellen gerechnet. Ab 9,00 Punkten heißt die Gesamtnote vollbefriedigend, und das ist das Prädikatsexamen, das Großkanzleien und Justiz als Einstellungsvoraussetzung nennen. Bei Einzelklausuren im Studium beginnt vollbefriedigend erst bei 10 Punkten. Die Verschiebung ist gewollt: Die Gesamtnote glättet Ausreißer.
Wie die Noten wirklich verteilt sind
Die größte Gruppe der Bestehenden im Ersten Examen liegt im Bereich befriedigend, die zweitgrößte bei ausreichend. Vollbefriedigend ist die Minderheit, gut ein Bruchteil, sehr gut eine statistische Ausnahme. Rund ein Fünftel der erfolgreichen Kandidaten erreicht ein Prädikat. Das heißt für deine Übungsklausuren: 6 oder 7 Punkte sind kein Absturz, sondern die Mitte des Feldes.
Was das für das Üben bedeutet
- Von 5 auf 7 Punkte ist der größte und wichtigste Sprung. Er entscheidet über Bestehen mit Sicherheitsabstand.
- Von 7 auf 9 ist der Sprung ins Prädikat. Hier geht es fast nur noch um Schwerpunktsetzung und Problembewusstsein.
- Über 12 hinaus üben lohnt sich für die wenigsten. Wer stabil 10 schreibt, hat sein Examen.
Häufige Fragen
Sind 6 Punkte in Jura eine schlechte Note?
Nein. 6 Punkte sind ausreichend im oberen Bereich und im Ersten Examen völlig normal. Die größte Gruppe der Bestehenden liegt zwischen 4 und 9 Punkten. Wer in einer Übungsklausur 6 Punkte bekommt, liegt im Durchschnitt, nicht darunter.
Ab wann spricht man von einem Prädikatsexamen?
Ab 9,00 Punkten in der Gesamtnote des Staatsexamens, also ab vollbefriedigend. Bei Einzelklausuren im Studium beginnt vollbefriedigend bei 10 Punkten, in der Gesamtnote des Examens schon bei 9,00, weil dort mit Nachkommastellen gerechnet wird.
Wie viele schaffen ein Prädikat?
Nach den Statistiken des Bundesamts für Justiz erreicht etwa ein Fünftel der erfolgreichen Kandidaten im Ersten Examen 9 Punkte oder mehr. Wer ein Prädikat anstrebt, will zu den besten rund 20 Prozent gehören.
Warum gibt es fast nie 16 bis 18 Punkte?
Weil die Skala aus einer Zeit stammt, in der 18 Punkte eine Leistung ohne jeden Fehler auf Habilitationsniveau meinen. In der Praxis gilt 13 Punkte als herausragend. Das ist keine Strenge einzelner Korrektoren, sondern die Kultur des Fachs.
Was heißt vier gewinnt?
Mit 4 Punkten ist eine Klausur bestanden. 0 bis 3 Punkte sind mangelhaft oder ungenügend und damit nicht bestanden. Der Spruch beschreibt die Erleichterung, überhaupt über der Grenze zu liegen.
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