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Ratgeber

Warum dieselbe Klausur zwei Noten bekommt.

Nicht deine Schuld. Aber dein Problem.

Über 80 Prozent der Jurastudierenden halten die Bewertung ihrer Klausuren nicht für objektiv. Die Zahlen geben ihnen recht. Hier steht, warum das so ist, was Studien dazu gemessen haben und was du daraus für deine Vorbereitung machst.

Die Zahlen

Warum das so ist

Bezahlung pro Klausur

Universitäten vergeben Korrekturen an externe Korrektoren, bezahlt pro Klausur, nicht pro Stunde. Aus Foren und Berichten ist bekannt, dass für eine zweistündige Klausur etwa eine halbe Stunde vergütet wird. Wer davon leben will, korrigiert in dieser Zeit. Fünfzig Klausuren an zwei Tagen sind keine Ausnahme. Das Ergebnis ist die berühmte Korrektur: "Schwerpunkte nicht erkannt, trotz erheblicher Fehler noch 5 Punkte."

Keine gemeinsamen Kriterien

Es gibt Lösungsskizzen, aber keine verbindlichen Bewertungsschemata. Ob ein ausgelassener Nebenpunkt einen oder drei Punkte kostet, entscheidet der Korrektor. Zwei Korrektoren, zwei Gewichtungen, zwei Noten.

Das Zweitvotum als Formalie

Im Examen gibt es einen Zweitkorrektor. Die Rechtsprechung lässt für das Zweitvotum ein "Einverstanden" genügen. Größere Abweichungen bedeuten Aufwand, also gibt es sie selten. Der Zweitkorrektor ist damit keine echte zweite Meinung.

Was du daraus machst

  1. Eine Note ist ein Datenpunkt, kein Urteil. Erst über mehrere Klausuren zeigt sich, wo du stehst.
  2. Achte auf die Begründung, nicht auf die Zahl. Zwanzig Randbemerkungen bei 5 Punkten sind wertvoller als 7 Punkte mit einem Satz.
  3. Übe unter konsistenten Bedingungen. Wenn jede Klausur von jemand anderem nach anderem Maßstab bewertet wird, kannst du deinen Fortschritt nicht messen.
  4. Lerne remonstrieren. Nicht aus Trotz, sondern weil Bewertungsfehler real sind und das Überdenkungsverfahren dafür da ist.
Warum wir das so ernst nehmen. Konsistenz ist der eine Vorteil, den eine KI-Korrektur gegenüber Menschen wirklich hat: Jede Klausur wird nach demselben Maßstab bewertet, ohne Tagesform. Damit dieser Maßstab dem Examen entspricht, gleichen wir ihn regelmäßig gegen die Noten echter Examenskorrektoren ab. Und weil auch eine konsistente Bewertung falsch sein kann, prüft bei einer Remonstration ein Jurist nach.

Häufige Fragen

Wie stark schwanken Klausurnoten zwischen Korrektoren?

Erheblich. Eine Untersuchung aus 2024 an der LMU München fand im Durchschnitt 6,47 Punkte Abweichung zwischen Korrekturen derselben Klausur. Auf einer Skala von 18 Punkten ist das der Unterschied zwischen ausreichend und vollbefriedigend.

Warum sind Uni-Korrekturen oft so knapp?

Weil Korrektoren pauschal pro Klausur bezahlt werden, teils mit einer halben Stunde für eine zweistündige Klausur. Wer davon leben muss, korrigiert schnell. Das ist kein Vorwurf an die Korrektoren, sondern ein Systemproblem.

Was heißt das für meine Übungsklausuren?

Dass eine einzelne Note wenig aussagt. Schreibe genug Klausuren, damit sich Muster zeigen, und achte darauf, dass die Korrektur begründet ist. Eine 5 mit einem Satz Begründung hilft dir weniger als eine 5 mit zwanzig Randbemerkungen.

Die nächste Klausur korrigiert Kai.

Jede Woche eine Examensklausur, in Minuten korrigiert. 29 € im Monat, monatlich kündbar.

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